Motivierte Mitarbeiter sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für jedes Unternehmen – und besonders für Startups. Im Vorfeld der Gamescom 2016 haben wir mit Sebastian Mittag, CEO des Spieleentwicklers Fizbin, und Christopher Kassulke, Gründer von Handygames, über ihre Motivations-Tricks gesprochen.

Das Team motiviert das Team

Christopher Kassulke und Sebastian Mittag sind sich einig: Das Team motiviert das Team. Eine gute Atmosphäre und angenehme, fähige Kollegen sind wichtige Faktoren. Der Schlüssel dazu ist sorgfältiges Recruiting. „Wir wollen gern sympathische Menschen um uns herum haben. Professionalität und Selbständigkeit sind Grundvoraussetzungen“, sagt Sebastian.

Auch Christopher achtet bei Bewerbern nicht nur auf die Hard Skills, sondern auch auf die Persönlichkeit: „Mitarbeiter sind bei uns keine Nummer sondern Teammitglieder.“ Er achtet außerdem sehr auf Transparenz. In sogenannten „Ask me Anything Sessions“ gibt er einen Überblick über alles, was gerade im Unternehmen vorgeht. So haben seine Mitarbeiter ein gemeinsames Ziel vor Augen und fühlen sich in die Firma eingebunden – das motiviert.

Unbewusst motivieren

Sebastian denkt noch nicht lange bewusst darüber nach, wie er sein kleines Team motivieren kann. „Bisher funktionierte das für uns wie eine Art Selbsterhaltungstrieb“, erzählt er. Es klappte einfach. Dass seine zwölf Mitarbeiter trotzdem sehr engagiert arbeiten, zeigt, wie stark Motivation auch von dem abhängt, was das Management vorlebt. Der Fizbin-CEO will sich in seinem Unternehmen hauptsächlich selbst wohl fühlen. Er arbeitet gerne an unterschiedlichen Projekten und fordert sich und sein Team damit immer wieder heraus, er macht Pausen und schickt auch seine Mitarbeiter pünktlich heim. „Niemand soll bei uns bis 22 Uhr im Büro sitzen oder das Wochenende durcharbeiten“, sagt er. „Die Leute brauchen eine Pause und genug Zeit für das Leben außerhalb der Arbeit.“ Die „Social Clubs“, zu denen sich das Team alle zwei Wochen trifft, finden deswegen auch während der Arbeitszeit statt.

Mitarbeiter motivieren ist wie puzzeln

Auch Christopher achtet darauf, dass seine Mitarbeiter Freizeit haben. Das Büro von Handygames liegt mitten im Grünen in Giebelstadt bei Würzburg. Hierher kommen die Leute „wenn sie sich in Berlin, Hamburg oder München schon die Hörner abgestoßen haben“, sagt Christopher.

Er tut auch darüber hinaus viel, damit seine 65 Mitarbeiter sich wohlfühlen. Süßigkeiten, Obst, gemeinsames Grillen, Teamsport … „Aber das sind alles nur Puzzleteile. Ein Apfel ist sicher nicht der riesige Ansporn für meine Mitarbeiter“, erklärt Christopher. Für ihn ist es wichtig, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Menschen insgesamt wohlfühlen. Diese Atmosphäre setzt sich eben aus vielen kleinen Stücken zusammen, und jeder im Team kann sich das herauspicken, was seinen Bedürfnissen entspricht.

Ein wichtiges Puzzleteil ist das Büro von Handygames. In einem der Gemeinschaftsräume läuft man über Planken an einem Leuchtturm vorbei, über dem Kopf fliegen Möwen. In dieser Nordsee-Atmosphäre können die Mitarbeiter ihre Pause verbringen oder sich ab und zu zurückziehen. Betritt man den anderen Pausenraum, findet man sich in einer Almhütte wieder: Kamin, Hirschgeweih an der Wand, Holzverkleidung und karierte Vorhänge. „Es ist theoretisch einfach, so etwas zu tun“, sagt Christopher, „aber man muss die Zeit, das Geld und vor allem die Leidenschaft investieren wollen.“

Wie Mitarbeitermotivation in der Spielebranche funktioniert, diskutieren Christopher und Sebastian am 18. August auf der Gamescom Congress in Köln.

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