Mit der Veröffentlichung seines Buchs Lean Startup hat Eric Ries 2011 einen Hype losgetreten. Ziel des Ansatzes ist es, Ressourcenverschwendung zu vermeiden und in einem Umfeld extremer Unsicherheit eine relative Sicherheit zu schaffen. Der Ansatz wir mittlerweile kaum hinterfragt. Ein Grund mehr, Investoren von ihrer Erfahrung mit Startups berichten zu lassen, die nach dieser Methode gründen.

Alexander Kölpin, Foto: Beth Jennings

ALEXANDER KÖLPIN, WESTTECH VENTURES

„Agile Menschen arbeiten mit agilen Methoden unter Kapazitätsgrenzen an etwas Neuem, im Idealfall kann man mit geringstmöglichem Einsatz eine ganze Bandbreite oder Folge von Thesen testen – für mich die beste Nutzung meines investierten Kapitals. Bauen, Messen, Lernen – das ist ein gutes Prinzip, faktenorientiert etwas zu entwickeln. Der Ansatz trägt der Tatsache Rechnung, dass wir bei Westtech schon sehr früh in der Angel- und Seedphase investieren und dort alles auf Hypothesen aufgebaut ist, die widerlegt oder bestätigt werden müssen. Es kann allerdings schnell passieren, dass man von Iteration zu Iteration läuft und das Team sich dabei auspowert. Dann hat man zwar möglicherweise Features entwickelt, die auch Anklang finden, aber man verliert die große Vision aus den Augen. Die richtige Mischung ist entscheidend: Man muss auf ein Ziel hin entwickeln und gleichzeitig früh und stetig Kundenfeedback einholen.“
Stefan Wirries, Ventech VC

OLAF JACOBI, CAPNAMIC VENTURES

„Wir sind mit Capnamic Ventures in Lean Startups investiert und würden auch in Zukunft in Startups mit diesem Ansatz investieren. Lean Startups haben den Vorteil, dass sie herausfinden, ob Technologie, Produkt und Business Model funktionieren, bevor sie zu viele Ressourcen investieren. Allerdings gibt es Märkte, die einen Lean-Ansatz nicht erlauben, weil die erste Version des Produktes komplett und performant sein muss.“
Stefan Wirries, Ventech VC

STEFAN WIRRIES, VENTECH

„Wir bei Ventech sind in Lean Startups investiert, weil die Methode verspricht, etwas kapitaleffizienter einen Product Market Fit zu finden. Aber prinzipiell suche ich nicht nach Lean Startups, sondern nach den besten Unternehmen und Gründern. Gelegentlich passt der Prozess sehr gut zur Firma und wird teils bewusst oder unbewusst umgesetzt.“
Manuel Sprödhuber, Astutia

MANUEL SPRÖDHUBER, ASTUTIA

„Der Lean-Startup-Gedanke wird mittlerweile von so vielen Startups verfolgt, dass Investoren unweigerlich auch in Lean Startups investieren. Einer der Vorteile bei diesen Unternehmen liegt darin, dass sie noch sehr flexibel in der Ausrichtung und Anpassung sind. Für Investoren hat es den Vorteil, dass diese Teams mit möglichst wenig Mitteln so viel Wertschöpfung erreichen wollen, wie es ihnen nur möglich ist. Dies ermöglicht für zukünftige Finanzierungsrunden bessere Wertsteigerungen. Außerdem haben Teams mit diesem Ansatz die Tendenz dazu, einfach anzupacken. Das gefällt Investoren immer.“

Zuerst erschienen in Berlin Valley 07/2016

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