Mit der Künstlichen Intelligenz (KI) verhält es sich ähnlich wie mit der Entdeckung der Elektrizität: Vom Teigrührgerät über die Bohrmaschine bis hin zur Fotokamera wurde alles elektrifiziert. Internet und Handy sind ohne Elektronik nicht denkbar. Aktuell werden diese Geräte alle intelligenter. Siri (Apple), Google (Google), Alexa (Amazon) und eben Watson (IBM) sind einige Beispiele für lernende Algorithmen, die immer mehr Aufgaben immer besser lösen. Das Gute daran: KI kann Dinge, die Menschen nicht können, sie kann Menschen dabei helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Sie kommt mit Graden der Komplexität zurecht, die unsere Menschenhirne überfordern. Da nun die Anwendungsmöglichkeiten für KI so allumfassend sind, sollte es auch kein Problem sein, mit KI Gutes zu tun.

Mediziner retten mit KI bereits Menschenleben, indem sie mit Hilfe von Algorithmen Krankheiten besser diagnostizieren. IBMs Watson stellt beispielsweise Leukämie-Diagnosen in rasender Geschwindigkeit. Einfach, weil „er“ zahllose Daten dokumentierter ähnlicher Fälle in kürzerer Zeit analysieren kann. Watson heilte so eine japanische Patientin, weil er errechnete, dass die Patientin an einer seltenen Form der Leukämie leidet, die weltweit nur 41 Menschen betrifft – und für die es Heilungschancen gibt. Und wenn Programme lernen, schon kleinste Krebstumore zu erkennen, kann so ein Facharztmangel ausgeglichen werden – ein entsprechendes System wird gerade an der Kairoer Must-Universität entwickelt.

Algorithmen per se sind weder schlecht noch gut

Algorithmen per se sind weder schlecht noch gut. Es kommt darauf an, mit welchen Absichten sie geschrieben wurden und in welchem gesellschaftlichen Kontext sie eingesetzt werden. Auf absehbare Zeit sind es immer noch die Menschen, die Entscheidungen treffen. Sie entscheiden, wie Algorithmen funktionieren und sie entscheiden, ob eine Krebsdiagnose von Watson plausibel ist und welche Therapie tatsächlich zum Einsatz kommt.

Die Diskussion um Algorithmen und KI und deren Einfluss zwingt uns Menschen also in erster Linie, zu überdenken wie wir entscheiden. Wie diskriminieren wir? Was möchte man überhaupt von einem Algorithmus berechnen lassen? Kann eine Umweltschutzorganisation Watson fragen, was zu tun ist um das Aussterben gefährdeter Tierarten zu verhindern? Und wie ist das mit Menschenleben? Sind wir moralisch verpflichtet, Maschinen ethische Entscheidungen zu überlassen?

Gutes tun mit KI

Uns steht mit der Weiterentwicklung Künstlicher Intelligenz etwas Großes bevor. Ungeachtet der Diskussion einer möglichen Superintelligenz, die uns in ein paar Jahrzehnten auslöschen könnte (das befürchten zumindest Elon Musk und Stephen Hawking), werden wir mit KI wahrscheinlich so viel und so effektiv wie nie zu vor Gutes tun können. Klimawandel? Armut? Schutz des globalen Ökosystems? Man darf gespannt sein, welche Empfehlungen Google, Watson und Co. demnächst dazu abgeben.

Wen dieses Thema ebenfalls fesselt, den laden wir herzlich zum Betterplace Labtogether ein. Einen Tag lang diskutieren Teilnehmer und Referenten die Themen Maschinenethik und Effektiver Altruismus, lassen Vorreiter der EA-Szene auf Vertreter der Kirche treffen und erarbeiten in Workshops mit Experten unter anderem was Gutsein eigentlich bedeutet, wie eine effektive Wirkungsmessung funktioniert und welche Potenziale Künstliche Intelligenz und Effektiver Altruismus für Organisationen und die Entwicklungszusammenarbeit bieten.

Labtogether

LABTOGETHER

Das Betterplace Labtogether ist die große Leitkonferenz zu digitalen Innovationen an der Schnittstelle zum Gemeinwohl. Dieses Jahr findet die Konferenz unter dem Thema „Effektiv Gutes tun – Wie Computer unsere Moral berechnen“ am 17. November in den Spreewerkstätten Berlin statt. Informationen und Tickets gibt es unter www.labtogether.org. Die gesamte Konferenz wird live online gestreamt. Hier der Rückblick und Eindrücke vom betterplace labtogether 2015.

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1 Kommentar auf "Gutes tun mit Künstlicher Intelligenz? Watson, bitte übernehmen Sie!"

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