Startup-Unternehmer haben es in der Regel nicht leicht. Sie bringen nach ihrer Ausbildung viel Motivation, Kreativität, eine frische unvoreingenommene Denkweise und ein erstes Netzwerk mit. Doch sobald sie mit ihren neuen Dienstleistungen oder Produkten an den Markt gehen und Interessenten oder geeignete Unternehmenspartner suchen, stoßen sie regelmäßig auf undurchsichtige Strukturen und wenig Offenheit.

Dabei wollen Startup-Unternehmer im ersten Schritt der Kontaktanbahnung nicht mehr als einen offenen und auf Feedback ausgerichteten Dialog mit erfahrenen Mitarbeitern und Managern von Großunternehmen. Für die Unternehmer ist oftmals der Dialog zunächst ergebnisoffen, da dieser wie ihre Idee ebenfalls nur eine Gelegenheit von vielen möglichen darstellt; wohlwissend, dass je nach Verlauf des Dialogs sich eine intensivere Zusammenarbeit anschließen könnte oder eben auch nicht.

Mangelnde Bereitschaft zur Kooperation

Doch diese Art von offenem Dialog vermissen Startup Unternehmer in Deutschland nach wie vor, wie jetzt eine aktuelle Studie des Fachgebiets Entrepreneurship der Universität Stuttgart-Hohenheim zeigt. Die Studie beinhaltet ausschließlich die Perspektive der Startup-Unternehmer und befasst sich mit ihrem Kooperationsverhalten in Bezug auf Großunternehmen (mit mehr als 500 Mitarbeitern).

Die Ergebnisse zeigen auf, dass Startup-Unternehmer, unabhängig von ihrer bisherigen Kooperationserfahrung mit Großunternehmen, nicht sonderlich zufrieden mit der Offenheit und damit der signalisierten Kooperationsbereitschaft von Großunternehmen sind.

Die Gründe dafür sind vielfältig, lassen sich laut Aussagen der befragten Unternehmer aber im Wesentlichen auf einen großen Nenner zurückführen: Grundsätzlich fehlt es den Konzernmitarbeitern und damit der Organisation insgesamt bereits in der Anbahnungsphase an Empathie und an Verständnis für ihre jeweilige Situation. Empathie ist eine wichtige Voraussetzung, damit Mitarbeiter von Großunternehmen überhaupt ein Verständnis in erster Linie für die Unternehmer als Menschen und in zweiter Linie für die Startups als junge Organisation entwickeln können. Denn in den seltensten Fällen haben das Management und die Mitarbeiter von Großunternehmen bereits schon einmal selbst gegründet oder im Laufe ihrer Karriere bereits intensive Erfahrungen mit Startups und ihren Bedürfnissen gesammelt.

Anlaufstellen definieren

Dabei könnten Großunternehmen im nächsten Schritt relativ einfach Offenheit „nach Außen“ demonstrieren, indem sie laut Startup-Unternehmern unter anderem klare Zuständigkeiten und Anlaufstellen definieren sowie weiterführende Informationen bereitstellen, wie eine konkrete Zusammenarbeit grundsätzlich ablaufen würde und in welchen Bereichen welche Art von Startups interessant sind.

Es ist zu hoffen, dass die aktuellen Ergebnisse nur die Momentaufnahme einer Situation widerspiegeln, die sich mittelfristig noch ändern wird. Speziell Großkonzerne haben bereits verstanden, dieses Innovationspotential nicht außer Acht zu lassen. Sie haben angefangen, proaktiv mit den Startups zu interagieren und von ihnen zu lernen, um dann gemeinsam von einer nachhaltigen Partnerschaft auf Augenhöhe zu profitieren. Es ist möglicherweise nur eine Frage der Zeit bis diese offene und kooperationsorientierte Denkweise und Haltung auch im breiten Mittelstand angekommen ist.

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1 Kommentar auf "Großunternehmen, öffnet Euch für Startups!"

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