Seit 2013 können sich die Kundinnen des Startups Kisura von Stylisten persönlich in Modefragen beraten und Outfits schicken lassen. Da ein Outfit erst mit dem richtigen Schmuckstück komplett ist, startete Kisura im Sommer 2016 eine Kooperation mit dem etablierten Juwelier Christ. Welche Chancen der Schulterschluss mit der Old Economy hat und was bei der Suche nach einem Kooperationspartner im Vordergrund stehen sollte verrät Kisura-CEO Linh Nguyen.

Hört Euren Kunden zu und Ihr findet den geeigneten Kooperationspartner

Auf der Suche nach einem Partner sollten Startups die Bedürfnisse des Kunden im Blick haben. Nur so können Synergien entstehen. Ich habe das Glück, Kisura zusammen mit meiner besten Freundin gegründet zu haben und wir sind dabei unsere besten Kundinnen – was sich Frauen von Kisura versprechen wissen wir also ganz genau. Kommunikation spielt dabei eine entscheidende Rolle. Als Digital Natives sind Startups über alle Kanäle mit ihren Kunden vernetzt und diesen Dialog können wir im Dienste des Konsumenten nutzen. Nur so erfahren wir, was er wirklich braucht und welche Produkte den Service noch spannender machen können. Wer ein geeigneter Kooperationspartner sein kann ergibt sich also durch das Feedback des Kunden. Daher kam auch unser Wunsch Christ als Partner zu gewinnen.

Beratung macht die Auswahl noch wertvoller. Das betrifft Blusen, Röcke, Schuhe und eben auch den Schmuck, der ein Outfit individuell abrundet. Ein emotionales Produkt wie eine neue Kette oder der passende Armreif zum Kleid werden idealerweise typgenau empfohlen.

Als Marktführer bildet das Juwelierunternehmen alle Trends sowie die Bedürfnisse und Vorlieben unserer ganz verschiedenen Kundinnen hervorragend ab. Gemeinsam können wir ihr eine breite individuelle Produktpalette anbieten.

Win-Win-Situation: Baut Eure Stärken über sinnvolle Partnerschaften aus

Eine Partnerschaft basiert auf Geben und Nehmen. Im nächsten Schritt geht es also um die Frage, was man dem Partner bieten kann. Bei Kisura ist es die digitale Expertise. Im speziellen, sind wir der erste Player, der über eigens entwickelte Technologie eine Echtzeit-Modeberatung für Frauen bietet und über verschiedene Kanäle für sie erreichbar ist. Damit sind wir in der Lage, die Face-to-Face Begegnung aus dem Stationären Handel digital abzubilden und unseren Kundinnen ein komplett einzigartiges Einkaufserlebnis zu bieten. Juwelier Christ verfolgt seit dem Relaunch des Webshops im Jahr 2010 eine kanalübergreifende Omnichannel-Strategie, die den Fokus auf eine enge Verzahnung zwischen den über 220 Filialen in Deutschland und Österreich und dem E-Commerce legt. Die Komponente Curated Shopping wurde dabei allerdings noch nicht genutzt. Hier lag unsere Chance. Digital konnte unser Partner zwar schon gute Empfehlungen für seine Onlinekunden aussprechen, aber die menschliche Komponente und authentische Shopping-Assistenz durch Experten, wie wir sie mit Kisura anbieten, konnten beim Online-Schmuckverkauf nicht aufgefangen werden.

„ Es geht um die Frage,
was man dem Partner
bieten kann.“

Mit unserer Erfahrung, unserem Know-how und unser immer weiter optimierten Technologie sind wir bestens auf emotionale und hochwertige Produkte ausgerichtet, die idealerweise stationär über Kaufberatung und Empfehlung den Weg zum Käufer finden. Mit uns kann Christ den Trend der persönlichen Beratung für sich nutzen, ohne dafür selbst neue Kanäle integrieren zu müssen.

Gerade Startups mit einer einzigartigen Technologie und besonderem Know-how im Vertrieb für einen bestimmten Kanal, sind prädestiniert für eine Kooperation mit Unternehmen der Old Economy, die sich vor neuen Wegen nicht scheuen.

Die Ansprache – So klopft Ihr beim Big Player an

Die große Herausforderung liegt in der Umsetzung einer Kooperation: Wer entscheidet in einem Konzern? Der Geschäftsführer selbst oder wäre man besser aufgehoben beim Teamleiter? Wie und wo fange ich an? Hier hilft in der Tat Vitamin B.

Es gibt bewährte Social Media Netzwerke und meist ist der gewünschte Gesprächspartner keine drei Ecken oder Bekanntschaften entfernt. So kam auch unser Kontakt zu Christ zustande. Das zeigt, wie wichtig es ist, sein Profil stets aktuell zu halten und vor allem Kontakte digital zu pflegen. Von Kaltakquisen ist bei derart großen Angelegenheiten abzuraten. Sie gehen in den meisten Fällen einfach unter. Eine warme Empfehlung kann aber tatsächlich Berge versetzen.

Darum müssen Old und New Economy zusammenhalten

Bei der Frage, wie die Wirtschaft in Deutschland vorangebracht werden kann, wird viel zu häufig sehr eindimensional gedacht. Die Meisten betrachten Old und New Economy als Konkurrenz. Doch was, wenn gerade der Zusammenschluss von Startups und etablierten Unternehmen das Geheimnis für mehr Potential für die Gesamtwirtschaft ist? Big Player machen oft den Fehler alles selbst machen zu wollen. Doch mit dem schnellen Wandel und der Dynamik am Markt können sie meist nur schwer Schritt halten, weil komplexe Hierarchien und Feedbackstrukturen ihre Prozesse langsam und schwerfällig gestalten. Startups sind der flexible und nicht zu unterschätzende Innovationsmotor. Und wir bringen Vielfalt mit – an Nationalitäten, Gender und professionellen Hintergründen. Damit können wir der Old Economy wertvolle Impulse geben und bestehende Strukturen auflockern.

„was, wenn gerade der Zusammenschluss von Startups und etablierten Unternehmen das Geheimnis für mehr Potential für die Gesamtwirtschaft ist?“

Gleichzeitig bieten uns etablierte Unternehmen aber auch Erfahrungen aus jahrzehntelanger Arbeit im Markt, von denen wir Startups mit unserer online-affinen Denkweise profitieren können. Sei es mit Blick auf stationäre Point of Sales, die globale Vernetzung oder Management-Ressourcen. Partnering bedeutet auch hier eine Win-Win-Situation für beide.

Die Zukunft des Handels wird von neuen Formen der Zusammenarbeit und Kooperationen bestimmt sein und die klassische Denkweise in Offline und Online-Angeboten ablösen. Je mehr Startups sich auf die Old Economy zubewegen und darin Unterstützer und Partner finden, desto besser für die gesamte Wirtschaft.

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1 Kommentar auf "Partnering – Wie Startups und Old Economy zusammenarbeiten sollten"

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