Ein Chefredakteur bei Wine in Black

Die häufigste Frage nach meinem Job ist: „Wie wird man eigentlich ein Wein-Redakteur?“ Die Antwort darauf ist eigentlich ziemlich einfach: Man braucht zwei große Leidenschaften: die eine für Sprache, die andere für Wein. Das Rüstzeug für die Sprache brachte mir ein Studium der Philosophie, Publizistik und Politik, die Grundlagen des Weinwissens ein Studentenjob in einer italienischen Enoteca in Berlin. Was lag also näher, als diese beiden Leidenschaften zu verknüpfen? Auf zu Wine in Black.

In den Anfangsjahren des Internets waren die Aufgaben noch ein wenig diffus. Heute hat der Wein-Redakteur im Onlinehandel ein klares Profil. Wesentlich ist natürlich die Fähigkeit, Weine so zu beschreiben, dass beim Kunden ein großer Kaufanreiz entsteht. Dafür braucht man ein umfassendes Verständnis für das Produkt, muss klar Position beziehen und den Wein in den Markt einordnen. Und man braucht eine große sprachliche Variabilität, um seine Zielgruppe zu erreichen. Oder, um es weniger abstrakt auszudrücken: Selbstverständlich baut man um einen 350-Euro-Premier-Cru aus Bordeaux eine andere Textwelt auf, als für einen 8-Euro-Prosecco aus Italien.

Nicht weniger wichtig ist die Fähigkeit, schlagkräftige Newsletter zu schreiben. Hier ist eigentlich klassisches Copywriting gefragt. Denn ein guter Newsletter hängt weit weniger am Produkt, als man vielleicht meint.

Zur reinen Textarbeit kommen umfangreiche Recherchen nach positiven internationalen Pressestimmen, kontinuierliche Wine Tastings mit dem Einkaufsteam, strategische Planung mit dem Marketing sowie fachliche Unterstützung in den Bereichen Customer Support und CRM. Dazu sollte man auch ein paar Trendscout-Talente mitbringen, also das Gefühl für neue Entwicklungen, und immer auf dem neusten Stand sein, was in der Weinszene los ist.

Was diesen Job so einmalig macht, ist die permanente Weiterentwicklung. Weder beim Texten noch beim Weinwissen wird man jemals im Leben an ein Ende kommen. Und da immer mehr Wein online gekauft wird, ist die Perspektive für diesen Job so gut wie nie zuvor.

Dieser Artikel erschien zuerst in Berlin Valley News 08/2015.

wine-in-black-logo

Quick Facts

Firmenname: Wine in Black

Gründung: 2011

Gründer: Stephan Linden, Christian Hoya

Mitarbeiter: circa 50

Standort: Mitte

Service: Onlineshop für Premium-Weine

wine-in-black.de

Jobprofile in der Startup-Szene

Die Startup-Szene bringt eine ganze Reihe neuer Jobformate mit sich. Oft haben diese Startup Jobs Bezeichnungen, die dem normalen Leser unbekannt sind. Berlin Valley stellt daher ausgefallene und interessante Jobprofile der Startup-Szene vor. Regelmäßig findet man hier Erläuterungen zu neuen Jobs in der Startupszene, z.B. Technical Artist, Growth Manager, Musical Scientist, Business Process Manager, Chief Wine Editor, Head of Innovation & Enablement, Integration Engineer, Hapiness Oficer, Programmatic Marketing Director, Traffic Manager oder Data Scientist. Wer sich für Jobprofile in der Startupszene interessiert, wird bei der Artikel-Reihe „Was macht eigentlich ein…“ mit den wichtigsten Startup-Job Bezeichnungen fündig.

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1 Kommentar auf "Wine in Black – Was macht eigentlich… ein Chief Wine Editor?"

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