Herr Dobrindt, was hat der Bundesverkehrsminister mit Startups zu tun?

Alexander Dobrindt: Ich bin als Bundesminister zuständig für die Mobilität der Zukunft. Mobilität ist eine deutsche Kernkompetenz. Ich will, dass das auch im digitalen Zeitalter so bleibt. Dafür sind innovative Gründer und Startups unverzichtbar. Mein Ziel ist, in Deutschland das beste Ökosystem für Mobility-Startups zu bauen. Deshalb stellen wir mit dem mFUND 100 Millionen Euro zur Förderung digitaler Innovationen bereit. Mit der mCLOUD öffnen wir die Datenschätze unseres Hauses für alle interessierten Entwickler und mit dem 1st BMVI Data-Run haben wir im vergangenen Herbst den ersten Regierungs-Hackathon durchgeführt.

Für den 2. und 3. Dezember laden Sie jetzt zum 2nd BMVI Data-Run ein. Was ist die Idee hinter diesem Hackathon?

Alexander Dobrindt: Deutschland braucht eine neue Datenkultur, die Big Data als Chance begreift! Wir müssen weg von der Datensparsamkeit als Über-Maßstab hin zum kreativen Datenreichtum. Dabei wollen wir vorangehen. Mein Ministerium verfügt über ein echtes Daten-Biotop aus den unterschiedlichsten Bereichen. Bisher nutzen wir nur einen Bruchteil der damit verbundenen Innovations- und Wertschöpfungspotenziale. Das wollen wir ändern und die Vernetzung von Daten weiter vorantreiben.

Mit dem 1st BMVI Data-Run haben Sie bereits Erfahrungen gesammelt. Wie lief dieser Hackathon ab?

Alexander Dobrindt: Wir hatten rund 80 Entwickler und Programmierer bei uns im Ministerium zu Gast. 24 Stunden lang haben diese kreativen Köpfe in kleinen Teams zusammengearbeitet und innovative Lösungen für die Mobilität 4.0 entwickelt. Dafür haben wir ihnen ausgewählte Mobilitäts-, Klima- und Wetterdaten unseres Hauses zur Verfügung gestellt. Eine Jury hat am Ende die besten Ideen ausgezeichnet. Zum Beispiel einen intelligenten Routenplaner, der Verkehrs- und Wetterdaten des BMVI vernetzt und in einer App bereitstellt. Oder die Idee eines „Quallenradars“, das auf Daten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie zurückgreift und die Quallenbewegungen im Meer vorhersagen kann.

Wie haben diese Gewinner profitiert?

Alexander Dobrindt: Die Gewinner haben eine finanzielle Förderung aus unserem mFUND für digitale Mobilitäts-Innovationen erhalten. Damit können sie ihre Ideen jetzt weiterentwickeln und die Marktreife ins Auge fassen.

Blicken wir auf den nächsten Hackathon im Dezember. Was erwartet die Teilnehmer beim 2nd BMVI Data-Run?

Alexander Dobrindt: Mehr Teilnehmer, mehr Daten, mehr Tempo. Im Zentrum steht diesmal das Thema Echtzeitdaten im Verkehr auf der Straße und dem Wasser. Dafür werden wir Datensätze mit aktuellen Straßenverkehrsinformationen und Echtzeitdaten unserer Wasser- und Schifffahrtsverwaltung bereitstellen. Neben der Entwicklung neuer Ideen wollen wir mit dem BMVI Data-Run aber auch die Vernetzung unserer kreativen Entwickler fördern. So stärken wir die deutsche Gründerszene für die Mobilität 4.0!

Das Fragen stellte Corinna Visser. 

Alexander Dobrindt

ALEXANDER DOBRINDT

Alexander Dobrindt ist seit dem 17. Dezember 2013 im Kabinett Merkel III Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur und war zuvor vom 9. Februar 2009 bis zum 15. Dezember 2013 Generalsekretär der CSU.

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3 Kommentare auf "Minister Dobrindt: „Deutschland braucht eine neue Datenkultur“"

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[…] Am 2. und 3. Dezember 2016 veranstaltet das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin seinen zweiten Hackathon. Minister Alexander Dobrindt (CSU) beantwortet die wichtigsten Fragen zum 2nd BMVI Data-Run. Der Beitrag Minister Dobrindt: „Deutschland braucht eine neue Datenkultur“ erschien zuerst auf BerlinValley. Jetzt lesen […]

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[…] Berlin Valley: “Deutschland braucht eine neue Datenkultur” – Interview mit Minister Dobrindt […]

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[…] des 2nd BMVI Data-Run ausgezeichnet, dem zweiten Regierungs-Hackathon, ausgerichtet von Bundesminister Alexander Dobrindt. 24 Stunden lang waren Programmierer und Gründer gefordert, Lösungen für die Mobilität 4.0 zu […]

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