Einer Studie der Weltbank zufolge liegt Brasilien auf Platz 116 von 189 Ländern, wenn es darum geht, wie einfach sich ein Unternehmen in dem Land führen lässt. Geht es darum, ein Unternehmen aufzubauen, so liegt Brasilien sogar nur auf Platz 174. Man kann also durchaus behaupten, dass es besonders für Startups Länder mit besseren Grundvoraussetzungen gibt. Andererseits bietet der brasilianische Markt noch viele ungenutzte Potenziale und die Zahl der Startups nimmt stetig zu.

Aus ökonomischer Sicht ist Brasilien derzeit sicherlich ein zweischneidiges Schwert: Während das Land auf makroökonomischer und politischer Ebene mit einer der größten Krisen seit Jahrzehnten kämpft, erfährt das brasilianische Startup-Ökosystem, allen voran der E-Commerce-Sektor, einen rasanten Aufschwung. Internet und Social Media sind in der brasilianischen Bevölkerung weit verbreitet, was eine gute Grundlage für viele digitale Geschäftsmodelle schafft.

Auf der anderen Seite muss man sich als Unternehmer auch mit zahlreichen Unwegsamkeiten auseinandersetzen. Hierzu zählen unter anderem bürokratische Hürden, ein kompliziertes Steuersystem, ein starres Arbeitsrecht sowie generelle infrastrukturelle Probleme wie schlechte Internetverbindungen oder veraltete Verkehrswege. Besonders für Startups kommen hier noch weitere Faktoren wie Fachkräftemangel in bestimmten Bereichen und verhältnismäßig hohe Personalkosten hinzu.

Intelipost nutzt Chancen durch landesspezifische Eigenheiten

Dennoch ist und bleibt der brasilianische Markt für Startups interessant: Neben dem anhaltenden Wachstum in diesem Bereich ist der Markt oftmals auch nicht in gleicher Weise gesättigt wie in anderen Ländern. Hinzu kommen die Chancen, die sich durch die landesspezifischen Eigenheiten ergeben. Ein Geschäftsmodell wie Intelipost beispielsweise macht in Ländern ohne regional fragmentierte Logistikbranche wenig Sinn. Intelipost verbindet große E-Commerce-Händler über eine Logistics Gateway API mit mehr als 300 brasilianischen Logistikunternehmen.

Das Startup-Ökosystem im Allgemeinen ist zwar noch sehr jung und kann natürlich nicht mit etablierteren Standorten wie dem Silicon Valley, Israel oder Berlin verglichen werden, aber es gibt auch in Brasilien bereits eine kleine Investorenszene und das Ökosystem zieht auch immer mehr ausländische Investoren an. Außerdem gib es in Brasilien – und dies ist sicherlich auch den wirtschaftlichen und politischen Umständen geschuldet – eine den Startups sehr zuträgliche, agile Mentalität.

Zuerst erschienen in Berlin Valley 10–11/2016

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2 Kommentare auf "Internationalisierung: So vernetzt Intelipost Brasilien"

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[…] Märkten umzusetzen, und überall die Firmenkultur zu vermitteln. Wie treffen die Teams vor Ort von Brasilien bis Singapur die richtigen Entscheidungen, ohne dass man direkt daneben sitzt? Aber das kriegt man […]

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