Seit Mitte Januar können Kunden der Online-Vermittlungsplattform Helpling neben der privaten Wohnungsreinigung auch weitere haushaltsnahe Dienstleistungen online buchen, wie zum Beispiel Fensterreinigung, Möbelaufbau oder Malerarbeiten. Während das Unternehmen im Rahmen der neuen Dienstleistungen mit anderen Firmen kooperiert, setzt das Startup bei der Vermittlung privater Wohnungsreinigungen weiterhin auf die Zusammenarbeit mit selbstständigen Dienstleistern mit der Folge, dass Helpling keine Sozialabgaben zahlt, kein Urlaubsgeld oder Ersatz, wenn jemand krank wird.

Helpling tue alles, um zu vermeiden, für einen Arbeitgeber gehalten zu werden, wirft daher die Taz Mitgründer Benedikt Franke im Interview vor. „Weil wir kein Arbeitgeber sind“, erklärt Franke. „Unser Angebot führt zu einem Kundenverhältnis zwischen denjenigen, die eine Leistung anbieten, und denjenigen, die die Leistung in Anspruch nehmen. Wir vermitteln zwischen ihnen. Diese Vermittlung hat für alle Seiten einen finanziellen und übrigens auch einen gesellschaftlichen Wert.“

Diskussion muss sachlich bleiben

Franke hatte Helpling im Januar 2014 zusammen mit Philip Huffmann und Rocket Internet gegründet. Seitdem hat das Unternehmen insgesamt über 56,5 Millionen Euro von Investoren erhalten. Zu den Investoren gehören unter anderem Mangrove Capital Partners, Point Nine Capital, Lukasz Gadowski und Lakestar. Helpling ist in neun Ländern auf drei Kontinenten vertreten: Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Singapur und in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Natürlich müsse man darüber reden, welche gesellschaftlichen Auswirkungen verschiedene Geschäftsmodelle haben, sagt Franke. „Aber wir müssen diese Diskussionen auch sachlich führen.“ Der ehemalige Head of HR für Rocket Internet erklärt, dass Helpling einen Beitrag dazu leiste, die Arbeitsbedingungen in diesem Sektor transparenter und damit besser zu gestalten. „Wir holen mit unserem Angebot Tausende Menschen aus der Schwarzarbeit und legalisieren ihre Arbeitsverhältnisse. Das hat vor uns in diesem Ausmaß noch niemand geschafft.“ Und das führt doch immerhin zu einer gewissen Souveränität und klaren Regeln. Von der Politik fordert Franke im Taz-Interview: „Solo-Selbständige müssen ordentlichen Zugang zur Sozialversicherung erhalten.“

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