„In unserer Wirtschaft sind die digitalen Technologien der Schlüssel, um Prozesse zu optimieren, eigene Stärken und Wissensressourcen besser zu nutzen sowie Geschäfte weiter auszubauen“, heißt es auf der Website der Dmexco, die am 14. und 15. September erneut die wichtigen Player der Digitalwirtschaft in Köln zusammenbringt.

Ein Beispiel erleben wir gerade hautnah. Weltweit sind die Menschen im Monsterrausch und fangen mit der App Pokémon Go kleine süße Wesen. Niantic und Nintendo, die Macher der App, haben dabei geschickt den seit 20 Jahren andauernden Kult in die digitale Welt übertragen, indem sie die kleinen Taschenmonster in die Augmented Reality von Google Maps platzieren. Lokale Händler können den Hype und den Spieltrieb für sich nutzen und sogenannte Lockmodule platzieren, die Monster und somit Kunden auf der Jagd anziehen. „Hier sehe ich ein richtig krasses Potenzial für lokale Unternehmen. Sprich: All die Burgerläden oder Cafés. Nutzt den Effekt“, schreibt der Social-Media-Experte Philipp Steuer auf seinem Blog.

„Kontakt ist bei Snapchat deutlich enger“

Der andere Hype ist Snapchat. Während die älteren Digital Natives bereits an dem Bling-Bling des sozialen Netzwerks verzweifeln, steht die App bei Jugendlichen hoch im Kurs. In der Umfrage im Youth Insight Panel (YIP) der Bravo hängt Snapchat bei den unter Zehn- bis 19-Jährigen (35 Prozent; 2015: 17 Prozent) das in die Jahre gekommene Facebook (32 Prozent; 2015: 40 Prozent) ab. Auch das Berliner Startup Einhorn, das mit nachhaltig produzierten Kondomen und einer schillernden Content-Marketing- Strategie, auf sich aufmerksam macht, hat Snapchat für sich entdeckt. „Inzwischen erreichen unsere Snaps gute vierstellige View-Zahlen und unsere Storys werden von mehr als 80 Prozent der Nutzer komplett angesehen“, sagen die Gründer Philip Siefer und Waldemar Zeiler im Interview mit Online Marketing Rockstars. „Das sind jetzt zwar noch keine Mega-Reichweiten, der Kontakt zu unseren Followern ist auf Snapchat aber spürbar viel enger als auf anderen Plattformen.“

Der Trend geht ganz klar zu mehr Live-Gefühl und Produktpräsentation in Echtzeit. In diesem Jahr wird es daher erstmals auf der Dmexco eine Motion Hall geben, die Video und Bewegtbild ein spezielles Forum bietet. Facebook, Twitter, Maker Studios, aber auch etablierte Player wie AOL, Bloomberg Media, NBCUniversal, RTL und ZDF zeigen dort die aktuellen Trends und Themen sowie neue Inhalte und Plattformen, die für die Marketing-, Media- und Kommunikationsindustrie von Bedeutung sind. „Digital is everything – not every thing is digital“ lautet das Motto der Messe und soll zeigen, warum digital alles ist und alles von der Digitalisierung profitiert. Entsprechend vollgepackt ist die Dmexco, die in den Bereichen Expo und Conference den Bogen vom Internet of Things über Wearables und künstliche Intelligenz bis zur virtuellen und erweiterten Realität spannen will. Die großen Fragen: Wie erreiche ich die Konsumenten? Welche Rolle spielen Chatbots in der Kundenbeziehung? Worauf kommt es beim 360-Grad-Storytelling an? Wie können Unternehmen sinnvoll die Off- und Onlinewelt verknüpfen?

Dmexco-Trend: Programmatic Advertising

Faszinierende Beispiele gibt es bereits, etwa die Out-of-home-Kampagne, die der Außenwerber Ströer für die Daimler-Tochter Moovel zusammen mit der Agentur Vivaki umgesetzt hat: Auf mehr als 100 Werbevideo-Screens waren bis Ende Juni in Hamburg abhängig von Zeit und Wetter unterschiedliche humorvolle Werbebotschaften zu sehen. Das Stichwort für die Messe: Programmatic Advertising.

Vor allem aber ist Kreativität und Inspiration gefragt, wenn es darum geht, die begrenzte Zeit der Konsumenten auf sich zu lenken. Jeder will ein Stück vom Kuchen haben, der Aufmerksamkeit heißt. Startups können wichtige Impulse geben. Sie erhalten im von der Gründerinitiative des Bundesverbands Digitale Wirtschaft organisierten Start-up Village ein Forum, auf dem sie Ideen, disruptive Methoden und Modelle sowie Know-how präsentieren. Wer die Aufmerksamkeit bündeln will, bucht einen Speaker-Slot. Für Richard Michel, CEO vom Bildverwaltungs-Startup Pixxio, hatte sich der Besuch gelohnt: „Viele der damaligen Besucher setzen unsere DAM-Software mittler-weile erfolgreich in Unternehmen ein.“

Zuerst erschienen in Berlin Valley 08-09/2016

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