Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch schnell, dass die „Capital On Stage“ einige Dinge anders macht als die üblichen Gründer-Konferenzen. Bei der „Capital On Stage“ sitzen die Vertreter der Online-Startups im Publikum und – nomen est omen – die Vertreter der Investoren-Riege sitzen auf der Bühne und stellt sich den Fragen des Moderators bzw. des Publikums. Zu den hochkarätigen Investoren, die bereits zugesagt haben, zählen u.a. Pawel Chudzinski (Point Nine Capital), Christian Stein (Creathor Venture), Piotr Kulesza (RTA Ventures), Rob Moffat (Balderton Capital), Andreas Schlenker (Partech International), Christian Thaler-Wolski (Wellington Partners), Kurt Mueller (Target Partners), Thomas Preuss (Neuhaus Partners), Dr. Christian Nagel (Earlybird), Eugene Mizin (Mangrove Capital), Dr. Tobias Johann (Rheingau Founders), Malin Gustafsson (Index Ventures), Uwe Horstmann (Project A Ventures), Bill Earner (Connect Ventures) und Andreas Hoffmann (JMES Investments).

Interview mit Till Ohrmann von Capital on Stage

Wir haben uns im Vorfeld der Capital on Stage mit Till Ohrmann, dem Managing Director Events bei der Agoracs GmbH, unterhalten. Die Agoracs GmbH ist für die Organisation der Capital on Stage verantwortlich.

Till Ohrmann Hallo Till, auf den ersten Blick ist „Capital on Stage“ eine ungewöhnliche Veranstaltung. Auf der Bühne stehen keine aufgeregten Gründer und pitchen um die Gunst der Investoren, sondern Investoren stellen sich den Fragen der Gründer. Für Gründer ist das natürlich hoch spannend. Aber wie ködert ihr die Investoren – immerhin habt ihr ja das Who-is-Who der Investorenszene auf dem Podium?

Till Ohrmann: Wir liefern die unserer Meinung nach heißesten Start-ups, die zudem gerade auf Investorensuche sind und hoffen so natürlich, den bestehenden Deal-Flow der Investoren sinnvoll zu ergänzen. Genau danach haben wir das Programm der Capital on Stage ausgerichtet. Einzelmeetings mit den Startups am Vormittag und 5min Pitches der Investoren am Nachmittag, gespickt mit vielen Gelegenheiten zum Kennenlernen. Die Capital on Stage ist für alle Beteiligten ein langer, aber sehr abwechslungsreicher Tag. Und was die Pitches angeht: Die Investoren sind teilweise genauso aufgeregt und merken wie schwierig ein gelungener Pitch sein kann.

Erläutere doch bitte mal im Detail, wie man auf so eher verrückte eine Idee kommt und wie Eurer Meinung nach die Gründer und Investoren von dem Rollentausch profitieren.

Reverse Pitches gibt es schon länger, aber einen ganzen Event, der darauf aufbaut, noch nicht. Da lag es nah, dieses Format einfach mal auszuprobieren. Die erste Capital on Stage fand 2011 in Amsterdam statt und war ein großer Erfolg. Da hat sich gezeigt, dass die Nachfrage nach einem derart spezialisierten und unkonventionellen Event durchaus vorhanden ist. Ziel der Capital on Stage ist es, Anlaufstation für Start-ups zu werden, die aktiv nach Investoren suchen. Bei uns dreht sich alles darum, Start-ups dabei zu unterstützen. Durch diesen Fokus unterscheiden wir uns von bestehenden Eventformaten und dies wird sowohl von Investoren als auch Start-ups sehr geschätzt.

Ihr scheint eine sehr rigorose Türpolitik zu verfolgen. Nur jeweils ein Gründer pro Startup. Keine Berater. Keine Headhunter. Wieso dieser strikte Ansatz?

Mein Kumpel Manuel Koelman sagt seit eh und je: “Die besten Clubs haben die besten Türsteher” (frei zitiert) und diesen Ansatz fahren wir mit dem Pirate Summit sehr erfolgreich seit 2011. Dasselbe gilt auch für Capital on Stage. In dem Moment in dem wir nicht mehr garantieren können, dass wir tatsächlich nur die besten Start-ups auf den Event einladen oder Beratern/Headhuntern die Tür öffnen, schwindet das Interesse der Investoren. Um die Capital on Stage als Eventserie langfristig erfolgreich zu etablieren, werden wir weiter bei dieser Vorgehensweise bleiben und somit die Start-ups/Investoren nicht enttäuschen.

An welche Art von Startups richtet ihr Euch primär? Gibt es aus Eurer Sicht Schwerpunkte?

Schwer zu sagen, grundsätzlich sollte der Gründer in der Lage sein, uns das Problem & die Lösung in wenigen Sätzen erklären zu können. Müsste ich die Charaktereigenschaften meines Wunsch-Startups für die Capital on Stage Capital on Stage beschreiben:

1. Bereits eine erste Runde (Angel/Seed) abgeschlossen, und

2. ist auf der Suche nach einer Anschlussfinanzierung.

Dem Gründungsteam ist der Umgang mit Investoren bereits bekannt und einer oder mehrere Investoren haben dem Start-up bereits Vertrauen ausgesprochen.

Solange uns die Idee und generelle Präsentation (die Bewerbungen laufen bei uns über Dealmarket) des Start-ups überzeugt, spielt dies aber nur eine untergeordnete Rolle.

Das ist ja nicht die erste Veranstaltung von „Capital on Stage“. Ihr habt ja bereits Events in Amsterdam, London und New York organisiert. Wir sind empfänglich für Komplimente – warum kommt ihr jetzt ausgerechnet nach Berlin?

Berlin ist und bleibt das größte Tech-Ökosystem in Deutschland und eines der größten in Europa. Ciaran O’Leary (VC bei Earlybird) hat dazu vor kurzem einen guten Artikel geschrieben. Und als Wahlkölner vertrete ich den Ansatz, dass alles was in Berlin passiert, auch Auswirkungen auf die anderen Hubs in Deutschland hat. Thomas Grota (VC bei T-Venture), hat dazu vergangenes Jahr einen interessanten Artikel über das deutsche Startup-Ökosystem publiziert.

Rückblickend auf die vergangenen Veranstaltungen – gibt es Highlights oder Anekdoten, die Du mit uns teilen möchtest?

Wer wissen möchte, was bei uns passiert, kann sich die Videos der vergangenen Events auf unserer Website ansehen. Ein besonderes Highlight während COS in NYC war die Übergabe eines $25k Checks an einen russischen Gründer durch den Business Angel Jason Port.

Klasse Till. Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit der Capital on Stage.

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