Ein ganzes Stück Überzeugungsarbeit war nötig, bevor Felix Böhm, Michael Stingl, Stefan Probst und Richard Caelius den ersten Coworking Space in Nürnberg gründen konnten. Die vier Freiberufler und Unternehmer kannten die Szene aus Berlin und den USA und hatten keine Lust mehr, in Cafés oder zu Hause zu arbeiten. „Coworking war cooler, aber das gab es in Nürnberg damals nicht“, sagt Geschäftsführerin Franka Ellen Wittek. Etwa ein Jahr suchten die vier Gründer nach den idealen Räumen und mussten den potenziellen Vermietern erst einmal erklären, was Coworking überhaupt ist. Zentral gelegen sollte die Location auch sein, um sie zu einem Hotspot für Startups und Kreative zu machen.

Im Mai 2011 öffnete dann das Coworking Nürnberg in der Fußgängerzone. Von Anfang an haben die Gründer die Community bei der Gestaltung der 320 Quadratmeter großen Büroflache mit eingebunden. „Noch heute können einige Coworker auf die Wände verweisen, die sie selbst gestrichen haben“, berichtet Franka. 30 Arbeitsplätze stehen im großen Arbeitsbereich zur Verfügung. Daneben gibt es einen Event- und Lounge-Bereich für User Groups, Meetups und Stammtische. „Von diesen Veranstaltungen haben wir knapp 20 im Monat“, sagt Franka. Auch etablierte Unternehmen nutzen die Eventfläche, um ihre Innovationsworkshops abzuhalten.

Coworking Nürnberg – gerne open end

In der offenen Küche steht eine Siebträgermaschine, mit der sich perfekte Cappuccinos zaubern lassen. „Cappuccino wird hier sehr viel getrunken“, berichtet Franka. Es gibt einen Meeting-Raum und zwei Team-Räume, in die sich Startups einmieten können, die bereits eine Handvoll Mitarbeiter haben. Derzeit sitzt hier Studiolution, das eine Management-Software für Friseursalons entwickelt.Um in Ruhe zu telefonieren, gibt es drei Kabinen. Zur Einrichtung gehören Möbel von Steelcase, die aus einer Büroauflösung stammen, aber extra aufgearbeitet wurden. „Das schreckliche Buchenimitat haben wir entfernt“, sagt Franka. Viele Möbel stehen auf Rollen. „Wir wollen möglichst viel und schnell umräumen können. Alle drei bis vier Wochen bauen wir um – für Veranstaltungen sowieso.“

Der Coworking Space öffnet um neun Uhr bis open end. „Oft sind es die Coworker, die das Licht ausmachen und die Tür zuziehen“, sagt Franka. „Wir kennen alle Leute, die rein- und rausgehen.“ Das Team nehme die Rolle des Gastgebers sehr ernst und seinen Auftrag, die Leute zu vernetzen.

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